Monday, November 4, 2013

Tag 9: Meo Vac – Bao Lam – Bac Me – Ha Giang



Zum Frühstück stärken wir uns mit einer Pho (Nudelsuppe mit Hühnerfleisch) und auf geht’s Richtung Bao Lam. Von dieser Strecke erwarten wir uns nicht viel, da sie in keinem Reiseführer sonderlich erwähnt wird. 



Zu unserer Überraschung ist auch dieser Abschnitt unglaublich schön. Der größte Teil der Strecke liegt neben einem Fluss mit klarem Wasser. 


Mitten auf der Strecke treffen wir wieder auf die Gruppe Engländer die mit einem netten vietnamesischen Tourguide auf dem Rad unterwegs sind und werden von ihnen auf einen Tee und Snack eingeladen. 

Die Leute auf dem Land sind sehr freundlich, lächeln uns zu und winken. 


Ursprünglich war unser Plan, in Bao Lam zu übernachten, da es jedoch erst Mittag ist und der Ort wenig zu bieten hat fahren wir weiter nach Bac Me. Dort angekommen zeigt uns ein stark betrunkener Hotelbesitzer eines seiner heruntergekommen Zimmer. Da uns keine andere Alternative bleibt, schwingen wir uns zurück auf das Motorrad und fahren weiter nach Ha Giang. Die Straße der letzten Teilstrecke ist sehr kaputt und schlecht zu befahren. Da die Sonne jedoch am untergehen ist müssen wir uns sputen und sind stolz darauf, die Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h auf unglaubliche 35 km/h erhöhen zu können. :) Für Fotostopps ist leider wenig Zeit. Didi konzentriert sich darauf, den Schlaglöchern auszuweichen, Sabrina bewundert die Reisterrassen. 

  
Kanpp vor dem Eintreten der Dunkelheit kommen wir sicher in Ha Giang an. Nach 153 gefahrenen Kilometern und acht Stunden Reisezeit sind wir sehr erschöpft.

 Hier noch ein paar Eindrücke des Tages:

 

Unsere Route der letzten 4 Tage:  http://goo.gl/maps/EJBxV
 
Ha Giang - Tam Son (52 km)
Tam Son – Yen Minh – Dong Van (98 km)
Dong Van – Flaggenturm – Dong Van – Meo Vac ( 91 km)
Meo Vac – Bao Lam – Bac Me – Ha Giang (153 km)
Gesamt: 394 km

Sunday, November 3, 2013

Tag 8: Dong Van – Côt Co Lung Cú - Dong Van - Meo Vac



 
  
Sonntag ist Markttag. Am Sonntagsmarkt von Dong Van treffen sich bunt gekleidete Bergvölker um Handel zu treiben.



Sie kommen meist zu Fuß aus den umliegenden Bergdörfern, beladen mit Kleidung, Obst, Gemüse, Getreide, Tieren, Fleisch,… Die Wege sind unwegsam, steil und schmal.



Wir sind bereits um 6 Uhr am Markt, sehen dem bunten Treiben zu und probieren eine Art Brot, etwas Grapefruit ähnliches und Würstel – alles etwas gewöhnungsbedürftig.

Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschieden wir uns von den beiden Engländern und fahren an die chinesische Grenze. Dort ist ein Flaggenturm von dessen Aussichtsplattform wir die Landschaft und die umliegenden Dörfer bewundern – teilweise in Vietnam, teilweise in China liegend.

 


Wieder zurück in Dong Van stärken wir uns erst einmal bevor wir Richtung Meo Vac düsen.



Dieser 21 km lange Abschnitt ist grandios.  
 
 


Die Straßen führen in luftigen Höhen durch die Berge und neben der Straße gedeiht Marihuana.



Hier oben im hohen Norden scheint die Zeit seit 100 Jahren still zu stehen.



In Meo Vac checken wir im bisher besten Hotel unserer Reise ein.

Tag 7: Tam Son – Dong Van


Die Strecke von Tam Son nach Dong Van ist von Armut geprägt. 


Die Familien leben meist auf engsten Raum in kleinen Lehm- bzw. Holzhäusern und leben von der Landwirtschaft. Die teilweise karge und sehr steile Umgebung zu bewirtschaften ist jedoch sehr schwierig. 


Mit dem Motorrad geht es wieder über zwei Pässe – die Landschaft ist faszinierend. 



Unserem Staunen wird abrupt ein Ende gesetzt als das Motorrad kurz nach einem Pass einen Knall von sich gibt und der Hinterreifen kurz blockiert. Das Motorrad hat läuft zwar, hat aber nur noch wenig Leistung. Wir sind mitten im nirgendwo – es sind noch 17 km und viele Höhenmeter bis in die nächste Stadt. 


Nach ca. weiteren 7 km bemerkte Didi, dass die Hinterbremse dauerhaft bremst – also montieren wir das Gestänge zur Bremse ab und fahren ohne Hinterbremse bergab in die Stadt. 

In Dong Van angekommen suchen wir mehr als eine Stunde vergebens eine Unterkunft – alles ist ausgebucht. Hungrig und deprimiert rufen wir unseren Motorradvermieter an. Dieser kommt darauf hin eine Stunde später, organisiert uns eine Unterkunft und lässt das Motorrad wieder in Schuss bringen. 

 Bei der Polizei lassen wir uns noch die Genehmigung für die Weiterreise in den Norden ausstellen. Die Polizisten hier haben keinen Stress. Ein Polizist liegt im Bett, einer sieht fern und einer schenkt mir Tee ein. Als zufällig nach ca. einer halbe Stunde jemand Zeit hat, bekommen wir unser Permit prompt ausgestellt. ;-) 

Auf der Suche nach Essen lernen wir „F“ und Kate aus London kennen und verbringen den restlichen Tag gemeinsam. Es ist sehr lustig mit den beiden umherzuziehen und wir verkosten auch gemeinsam eine kleine Flasche lokalen Reiswein. „F“ ist die Fotoattraktion bei den Vietnamesen hier – sie haben scheinbar noch nie einen Schwarzen gesehen.


Tag 6: Hanoi – Ha Giang – Tam Son



Um 1:45 Uhr ist  heute schon Tagwache und um 2 Uhr bringt uns das Taxi zum Luong Yen Bahnhof. Drei Taxifahrer wollen uns weiß machen, dass von hier aus kein Bus nach Ha Giang fährt und sie uns stattdessen zum anderen Bahnhof bringen. Zum Glück schenken wir ihnen keinen Glauben, dann um 3 Uhr früh fährt ein kleiner Bus (für 18 Personen) nach Ha Giang. Der Bus füllt sich schön langsam, bis er schließlich komplett überfüllt ist (34 Personen). Wie üben uns im selbst Origami und fragen uns mehrmals: warum nur? Warum tun wir uns das an?* Nach der 8-stündigen Nervenprobe kommen wir um 11 Uhr lebend ans Ziel.

In Ha Giang leihen wir uns von Jonny Nam Tran ein Motorrad aus – eine ca. 30 Jahre alte Yamaha mit 100 ccm – scheint aber gut in Schuss zu sein. 



Wir machen uns auf den Weg nach Tam Son. Sogleich sind wir beeindruckt von der herrlichen Landschaft: klare Bäche, viele mit Urwald bewachsene Hügel und Berge, Reisfelder, Bananenbäume,…



*Nun wissen wir warum wir die Busfahrt auf uns genommen haben und bereuen es kein bisschen.

Das Motorrad tuckert brav die vielen Serpentinen des Quan Ba-Passes hinauf. Am Straßenrand sitzen immer wieder Kinder die Gemüse und Obst verkaufen. 


Wir bleiben hin und wieder stehen, schenken ihnen Süßes und machen Fotos. Die Kinder sind ganz begeistert als sie sich selbst auf der Kamera erkennen.


In Tam Son bekommen wir das letzte verfügbare Zimmer. Ein großes, sehr verstaubtes und muffiges Zimmer – aber immerhin haben wir ein Dach über den Kopf.


Unser Motto für die nächsten Tage: „Der Weg ist das Ziel“.